Kategorie: Schwimmen (Seite 1 von 4)

Para Games 2022

Mit mehreren neuen Deutschen Rekorden, einigen Hamburger Rekorden, vielen neuen persönlichen Bestzeiten und jeder Menge neuer Erfahrungen kehrte unser Para-Schwimm-Team von den Wettkämpfen aus Lübbecke und Rostock zurück. Mit mehr als einem Dutzend Athletinnen konnten wir uns auch zahlenmäßig gut präsentieren. Allerdings kämpfen wir nach wie vor gegen schlechte Trainingsbedingungen und drei ungerechte Klassifizierungen.

Markus, Thorsten, Noah, Neele, Anna Josephine, Mirza, Janine, Lara Simin, Charlotte, Aron und Merle (v. l.) bei den Para Games in Rostock 2022.

Es war vor allem Janine, die richtig abräumte: Mit Goldmedaille und neuem Deutschen Rekord über 100 Meter Brustschwimmen, mit Gold über 50 Meter Freistil, mit Silber über 50 Meter Freistil und mit Bronze über 50 Meter Schmetterlingsschwimmen war ihr in Lübbecke großer Applaus sicher. Bei den Para Games in Rostock eine Woche später knackte sie den Deutschen Rekord über 200 Meter Brustschwimmen. Dazu wieder Gold über 100 Meter Brustschwimmen, Silber über 50 Meter Brustschwimmen und Bronze über 50 Meter Schmetterling.

Anna Josephine schwamm in Lübbecke mehrere neue persönliche Bestzeiten. Mit Gold über 50 Meter Brustschwimmen und über 50 Meter Rückenschwimmen, Silber über 50 Meter Freistilschwimmen und Bronze über jeweils 100 Meter Freistilschwimmen, 100 Meter Brustschwimmen und 100 Meter Rückenschwimmen erreichte sie in Lübbecke ein tolles Ergebnis. In Rostock erreichte sie Silber über 50 Meter Rückenschwimmen und Bronze über 50 Meter Brustschwimmen. Über Über 100 Meter Rückenschwimmen knackte die 18jährige den startklassenübergreifenden Hamburger Rekord von Birgit Otto aus dem Jahr 2012. Über 50 Meter Rückenschwimmen verbesserte sie ihren eigenen Hamburger Rekord um fast eine halbe Sekunde.

Neele punktete vor allem auf den langen Freistil- und auf den Rückenstrecken und stellte über 400 Meter Freistil und über 200 Meter Freistil neue Hamburger Rekorde auf. Lara Simin, Mirza, Charlotte und Anna erfreuten sich an neuen persönlichen Bestzeiten und guten Platzierungen in den Staffeln.

Aron erreichte über 50 Meter Brustschwimmen und 100 Meter Brustschwimmen jeweils die Goldmedaille in der Jugend A, Silber über 50 Meter Freistil und Bronze über 100 Meter Freistil. Noah erreichte jeweils Silber der Jugend B über 50 Meter Brustschwimmen, 50 Meter Freistil und 200 Meter Freistil, jeweils Bronze über 50 Meter Rücken, 100 Meter Rücken und 100 Meter Freistil.

Derzeit ist in Hamburg nach wie vor kein intensives Training im Wasser möglich. Die Athletinnen und Athleten müssen zu einem großen Teil einzeln im öffentlichen Badebetrieb nach Trainingsplan trainieren, weil uns nach wie vor nur zwei Kurzbahnen für 90 Minuten pro Woche zur Verfügung stehen. Und leider hat auch der Deutsche Behindertensportverband über die seit 18 Monaten (Merle) und seit über einem halben Jahr (Anna Josephine) offenen Klassifizierungsproteste noch immer nicht entschieden. Die Proteste hatten wir nach Unregelmäßigkeiten bei den letzten Begutachtungen eingelegt. Aus unserer Sicht wird Anna Josephine beispielsweise zu ungünstig bewertet, nachdem ihre Behinderung nach jetziger Entscheidung bei der Leistungsbewertung überhaupt nicht berücksichtigt werden darf.

IDM Berlin 2022

Von den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Para Schwimmen sind wir in diesem Jahr mit vielen neuen persönlichen Bestzeiten, mehreren Medaillen und zwei neuen Deutschen Rekorden zurückgekommen. Trotz völlig unzureichender Trainingsbedingungen in Hamburg und den anstrengenden Herausforderungen der Corona-Pandemie konnten unsere Athletinnen mit guten Leistungen punkten.

Das diesjährige Alstersport-Team: Sandra, Anna Josephine, Janine, Mirza, Simin und Thorsten.

Janine erreichte mit einem 5. nationalen Platz über 100 Meter Brustschwimmen (541 Punkte) und einen 4. nationalen Platz über 50 Meter Brustschwimmen (525 Punkte) herausragende Ergebnisse. Über 200 Meter Schmetterling erreichte sie einen internationalen 3. Platz sowie einen neuen Deutschen Rekord in ihrer Startklasse S11 (blind). Über 200 Meter Brustschwimmen verbesserte sie ihren eigenen Deutschen Rekord und erzielte mit einer 530-Punkte-Zeit einen internationalen 9. Platz.

Janine (rechts) erzielte über 200 Meter Schmetterling einen internationen 3. Platz sowie einen neuen Deutschen Rekord. Siegerehrung mit Lisa Kruger (NED, links) und Weltrekordhalterin Zsofia Konkoly (HUN, Mitte).

Ebenfalls sehr gut lieferte Anna Josephine ab: Nach ihrer schweren Rücken-Operation im letzten Jahr konnte sie sich vor allem im Rückenschwimmen gut platzieren. Über die 50-Meter-Strecke erreichte sie mit einer 474-Punkte-Zeit und einem internationalen Platz 40 ein beachtliches Ergebnis. Über 50 Meter Brustschwimmen verpasste sie mit einer 462-Punkte-Zeit das internationale C-Finale nur sehr knapp. Leider hat das Verbandsgericht des Deutschen Behindertensportverbandes unsere Klage aus dem Dezember des letzten Jahres noch nicht bearbeitet, mit der wir gegen Annas Klassifizierung protestiert haben. Nach deren Ergebnis liege mit einer von den Schulterblättern bis zum Gesäß versteiften Wirbelsäule keine Behinderung vor, die wenigstens minimale Auswirkungen auf das Schwimmen habe. Das kann und darf nicht richtig sein.

Unsere Staffel (Simin, Janine, Anna Josephine, Mirza; v. r.) erzielte in beiden Wettkämpfen (Freistil, Lagen) jeweils einen internationalen 2. Platz.

Mirza erschwamm auf fast allen Strecken neue persönliche Bestzeiten. Einen internationalen 3. Mastersplatz erreichte sie über 50 Meter Freistilschwimmen, einen internationalen 2. Mastersplatz über 50 Meter Brustschwimmen und sogar einen internationalen 1. Mastersplatz über 50 Meter Schmetterling. Mit 389 Punkten über 200 Meter Brustschwimmen landete sie auf einem nationalen 6. Platz in der offenen Wertung. Simin konnte mit 363 Punkten über 50 Meter Freistil knapp an ihre Vorjahreszeit anknüpfen. In beiden Staffeln schaffte unser Damen-Team jeweils einen 2. Platz.

Trainingwochenende in Frankfurt

Neben der seit August 2021 bestehenden Trainingskooperation mit den Landeskadern aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist unseren Para Schwimmern nun bereits zum zweiten Mal ein gemeinsames Trainingswochenende mit den Landes- und Nachwuchskadern aus Hessen gelungen. Der dortige Landessportbund bietet aus Hamburger Sicht traumhafte Trainingsbedingungen. Gemeinsam mit dem Landestrainer aus Hessen konnten wir uns gut auf die Internationalen Deutschen Meisterschaften 2022, für die sich vier unserer Athletinnen qualifiziert haben, vorbereiten.

Trainingswochenende unserer Para Schwimmerinnen und Para Schwimmer in Frankfurt

Trotz seit Jahren vorliegender Nachwuchs-Leistungssportkonzepte und einem durchaus erfolgreichen Para Schwimmteam gelingt es uns nach wie vor nicht, unsere Sportart angemessen in Hamburg zu etablieren. Wir kämpfen mit dem Verein um jede Minute barrierefreie Wasserzeit, können derzeit als Kader überhaupt keine Wasser- oder Landtrainingszeiten nutzen und wünschen uns von unserem Verband und von unserer Stadt endlich bessere Unterstützung unserer Para Sportlerinnen und Para Sportler sowie unserer ehrenamtlichen Arbeit. Ohne die Kooperationen mit anderen Bundesländern und deren Trainingsmöglichkeiten wäre derzeit überhaupt kein leistungsorientieres Training möglich.

Kurzbahnmeisterschaft 2021

Als zweiter in der Medaillenwertung aller deutschen Para-Schwimm-Vereine schlossen wir bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Remscheid hervorragend ab und holten mit fünf Deutschen Rekorden sowie drei Deutschen Meistertiteln und drei Qualifikationen für die Mehrkampf-Finals ein beachtenswertes Ergebnis nach Hause. Auch die in den Mastersklassen startenden Hamburgerinnen konnten mehrere Wettkämpfe für sich entscheiden. Alle sechs Teilnehmerinnen lieferten einwandfreie Leistungen ab.

Tanja (hier beim Wasserstart zu 100 Meter Freistil) wurde mit Deutschem Rekord startklassenübergreifend Deutsche Meisterin auf der Kurzbahn. Foto: Volker Schröer.

Allen voraus erschwamm Tanja auf ihren Lieblingsstrecken 50, 100 und 200 Meter Freistil mit rund 750 Punkten trotz einer Umklassifizierung in eine für sie ungünstigere Startklasse gleich mehrere europäische Qualifikationsnormen. Mit drei neuen Deutschen Rekorden und zwei Deutschen Meistertiteln in der Offenen Klasse machte unsere 37jährige Para-Schwimmerin auch die Bundestrainerin auf sich aufmerksam.

Janine mit Deutschem Rekord über 100 Meter Schmetterling. Über 200 Meter Schmetterling wurde sie Deutsche Meisterin (Kurzbahn). Foto: Eberhard Steuer.

Janine erschwamm über 100 Meter Schmetterling ebenfalls einen neuen Deutschen Rekord. Mit einem weiteren Deutschen Rekord und einem Deutschen Meistertitel in der Offenen Klasse über 200 Meter Schmetterling und Bronze der Offenen Klasse über 200 Meter Brustschwimmen erreichte die 39jährige ebenfalls ein prächtiges Ergebnis. Über 50 und 100 Meter Brustschwimmen konnte sie mit jeweils rund 550 Punkten an ihre Bestleistungen vor der Pandemie anknüpfen.

Anna Josephine über 50 Meter Freistil: Trotz eingeschränkter Beweglichkeit nach einer Rücken-OP lieferte sie eine gute Leistung ab. Foto: Volker Schröer.

Für Anna Josephine war es der erste Wettkampf nach einem umfangreichen operativen Eingriff an der Wirbelsäule. Mit knapp 400 Punkten schwamm die 18jährige auf ihrer Lieblingsstrecke 50 Meter Brustschwimmen ein sehenswertes Rennen, konnte aber an ihre alten Zeiten nicht anknüpfen. Unsere Hoffnungen, ihre schwere Behinderung würde für eine Klassifizierung im Para Schwimmen ausreichen, wurden leider nicht erfüllt.

Mirza erreichte über 50 und 100 Meter Brustschwimmen jeweils eine Dreijahres-Bestzeit und über 100 Meter Lagenschwimmen sowie über 50 Meter Schmetterling neue persönliche Bestzeiten. Simin schaffte über 50 Meter Freistil eine neue persönliche Bestzeit (knapp 400 Punkte) und belohnte ihr intensives Training mit einem guten 13. Platz in einem 38 Personen starken Teilnehmerinnenfeld.

Simin belohnte sich und ihr intensives Training mit einer neuen persönlichen Bestzeit über 50 Meter Freistil. Foto: Volker Schröer.

Franka musste sich trotz guter sportlicher Leistungen selbst auf ihren Lieblingsstrecken durchweg überall auf die letzten Plätze einordnen lassen, nachdem das von uns vor dem Verbandsgericht des DBS angestrengte Berufungsverfahren mit einer Bestätigung der für sie ungünstigen Startklasse endete. Damit ist Franka die vierte Hamburger Sportlerin, die innerhalb eines Zeitraums von fünf Monaten in eine erheblich ungünstigere Startklasse umklassifiziert wurde.

Kurzbahn-Cup Remscheid 2021

Erstmals seit Beginn der Pandemie fuhren wir wieder mit einem großen Vereinsteam auf einen Schwimmwettkampf. Trotz der immernoch sehr eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten gelang uns beim diesjährigen Kurzbahn-Cup des BRSNW in Remscheid ein hervorragendes Abschneiden. In der Platzierungsübersicht der Vereine standen wir am Ende auf Platz 3. Janine führte die Gesamt-Platzierungsliste aller Schwimmerinnen und Schwimmer an.

Janine erreichte über 200 Meter Brustschwimmen eine neue Bestzeit. Foto: Volker Schröer.

Strenge Hygieneauflagen (nur geimpfte Personen, fest zugeteilte Bereiche, Maskenpflicht außerhalb des Wassers, Kontaktnachverfolgung, stark begrenzte Teilnehmeranzahl) machten nach 18 Monaten Wettkampfpause endlich den Vergleich mit anderen Schwimmerinnen und Schwimmern wieder möglich. Tanja schwamm über 100 Meter Freistil sowie über 50 Meter Freistil einen neuen Deutschen Rekord. Janine konnte über 200 Meter Brustschwimmen Bronze in der offenen Wertung sowie über 100 und 50 Meter Schmetterling jeweils eine neue Bestzeit erreichen.

Simin (hier über 50 Meter Brustschwimmen) löste mit neuer persönlicher Bestzeit über 50 Meter Freistil ihre Eintrittskarte zur Deutschen Meisterschaft 2022. Foto: Volker Schröer.

Simin erschwamm mit 379 Punkten über 50 Meter Freistil eine neue persönliche Bestzeit und sicherte sich ihre Eintrittskarten für die Deutsche Kurzbahnmeisterschaft 2021 sowie die Deutschen Meisterschaften 2022. Über 100 Meter Freistil verpasste sie die Qualifikationsnorm für 2022 nur knapp. Anna brachte über die 50 Meter Rückenstrecke in der Jugendwertung eine Silbermedaille mit nach Hause. Mirza glänzte vor allem über ihre Lieblingsstrecke 50 Meter Brustschwimmen mit einem siebten Platz in einem 33 Schwimmerinnen starken Feld. Merle konnte ihre Vorjahreszeit über 50 Meter Freistil verbessern.

Franka qualifizierte sich über zwei Bruststrecken für die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften 2021. Foto: Volker Schröer.

Bei Franka sorgte vor allem eine Nachricht vom Vorabend des Wettkampfs für Erleichterung: Das Verbandsgericht des Deutschen Behindertensportverband hatte angeordnet, dass ihre in Berlin auf höchst zweifelhaftem Weg vorgenommene Umklassifizierung sofort aufzuheben ist und bis zu einer korrekten Nachbegutachtung ihre bisherige Startklasse weitergilt. Franka qualifizierte sich am Morgen danach mit ihren Leistungen über 50 und 100 Meter Brustschwimmen jeweils für die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im November.

Norddeutscher Lehrgang

Eine Premiere gab es am letzten Sonnabend in der Rostocker Neptunschwimmhalle: Erstmals haben sich die Landeskaderathletinnen und -athleten aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu einem gemeinsamen Lehrgang im Para Schwimmen zusammengefunden. Aus Hamburg waren Anna, Franka, Janine, Mirza, Simin und Tanja (alle Alstersport) dabei.

Das 50-Meter-Becken in Rostock war ein idealer Trainingsort. (Foto: Jette Mundt)

Zwei Mal ging es an diesem Tag für die Schwimmerinnen und Schwimmer ins Wasser. Am Vormittag lagen die Schwerpunkte im technischen Bereich, nachmittags ging es an die Grundlagenausdauer. Für viele war es ein hartes Stück Arbeit nach den coronabedingten Einschränkungen im Schwimmbetrieb. Die Stimmung hat es nicht getrübt in der Rostocker 50-Meter-Halle. Ganz im Gegenteil, die Motivation war grenzenlos zum Auftakt der neuen Saison.

Neben zwei Wasser-Einheiten fand auch gemeinsames Athletiktraining statt. (Foto: Jette Mundt)

Bei einem gemeinsames Athletiktraining und Mittagessen konnten sich nicht nur die Athletinnen und Athleten, sondern auch die Trainerinnen und Trainer aus den drei nördlichen Bundesländern kennenlernen. Für alle 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer war dieser Tag eine tolle Erfahrung. Wir sind uns einig, dass es der Auftakt für einen regelmäßigen Norddeutschen Länderlehrgang im Para Schwimmen war.

IDM Berlin 2021

Insgesamt 77 Teams aus der ganzen Welt nutzen die diesjährigen Internationalen Deutschen Meisterschaften im Para Schwimmen als letzten Test vor den Paralympics. Bedingt durch die Corona-Pandemie war nur eine begrenzte Anzahl von Athletinnen und Athleten in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark Berlin zugelassen. Die Anzahl der Einzelstarts war auf 2.000 begrenzt, morgendliche Schnelltests waren Pflicht. Die Alstersportlerinnen konnten trotz der extrem eingeschränkten Trainingsbedingungen insgesamt recht gut abschneiden.

Das Hamburger Team (v.l.): Thorsten, Sandra, Janine, Anna Josephine, Mirza, Anna, Simin, Franka, Joshua.

So erschwamm Janine über 200 Meter Schmetterling einen neuen Deutschen Rekord. Anna Josephine, die in diesem Jahr erstmals als Erwachsene startete, verpasste auf ihrer Paradestrecke über 50 Meter Brustschwimmen das internationale B-Finale um nur einen Platz und erreichte als sechstschnellste Deutsche mit fast 550 Punkten ein hervorragendes Ergebnis. Mirza sicherte sich eine neue persönliche Bestzeit über 50 Meter Rückenschwimmen und schnappte sich mehrere Medaillen aus der Masterswertung. Simin überzeugte vor allem über 50 Meter Freistil mit neuer persönlicher Bestzeit und fast 400 Punkten. Anna, unsere jüngste Kaderschwimmerin, nahm zum allerersten Mal an einem internationalen Wettbewerb teil, wurde erstmals national klassifiziert und konnte mit großer Nervenstärke die Trainingsinhalte in allen Wettkämpfen erfreulich gut umsetzen.

Bronze über 4 x 100 Meter Freistil in der Staffel: Janine, Anna Josephine, Mirza und Franka sicherten sich den 3. Platz.

Franka stellte über 50 Meter Rückenschwimmen, 50 und 100 Meter Freistilschwimmen sowie über 200 Meter Brustschwimmen neue persönliche Bestzeiten auf. Zu einem Eklat kam es, als eine dazu nicht berufene Offizielle mitten im Wettkampf Frankas und Merles Startklassen jeweils zu ihren Ungunsten abänderte. Die im Para Sport für die Einordnung der Leistungen wichtige Klassifizierung war bei beiden Athletinnen gerade am Vortag turnusmäßig von einem offiziellen Gutachterteam überprüft und als korrekt bestätigt worden. Bei Franka galt die Einstufung bereits seit Beginn ihrer Karriere 2015. Gegen diese aus unserer Sicht ungeheuerlichen Vorgänge haben beide betroffenen Athletinnen, unser Vorstand sowie der Hamburger Landesverband offizielle Rechtsmittel beim Deutschen Behinderten-Sportverband eingelegt.

Bronze über 4 x 100 Meter Lagen in der Staffel: Simin (Freistil), Mirza (Brust), Janine (Schmetterling) und Anna Josephine (Rücken) erreichten den 3. Platz.

Zwei dritte Plätze, damit zwei Bronzemedaillen und die beliebten Teddybären, sicherten sich unsere Staffeln über 4 x 100 Meter Lagen und über 4 x 100 Meter Freistil.

IDM Berlin 2020

Das sehr erfolgreiche Abschneiden unserer Para Schwimmerinnen bei den diesjährigen Internationalen Deutschen Meisterschaften hat unseren Verein auf Platz 5 der Gesamtwertung katapultiert. Auch wenn pandemiebedingt nur etwa ein Viertel der sonst üblichen Teilnehmenden in Berlin am Start war, hatten immerhin 33 Teams für insgesamt 732 Einzelstarts gemeldet. In der Wertung vor uns lagen die Bundesstützpunkte Berlin, Leverkusen und Potsdam sowie der Brandenburgische Landesverband mit der Nationalschwimmerin Verena Schott. Unter den Alstersportlerinnen glänzten vor allem Anna Josephine und Janine.

Fünfbestes Team bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin: Markus, Sophie, Simin, Anna Josephine, Franka, Mirza, Janine und Thorsten (v.l.).

Anna Josephine überzeugte besonders auf ihren Lieblingsstrecken. Gleich am Morgen des ersten Wettkampftags qualifizierte sie sich souverän für das abendliche Finale und konnte dort als Deutsche Jugendmeisterin mit 494 Punkten ihre erste Goldmedaille über 100 Meter Brustschwimmen abräumen. Über 50 Meter Brustschwimmen erreichte die 17jährige sogar 528 Punkte und damit ebenfalls eine Goldmedaille als Deutsche Jugendmeisterin.

Auf dem Weg zu Gold: Anna Josephine (17) über 100 Meter Brustschwimmen. Foto: Ralf Kuckuck.

Janine knackte über 200 Meter Schmetterling den Deutschen Rekord ihrer Startklasse S11. Über 50 Meter Brustschwimmen zog sie als Dritte in das nationale Finale ein und konnte dort mit 488 Punkten den 6. Platz erreichen.

Unsere blinde Schwimmerin Janine (Startklasse S11) erschwamm einen Deutschen Rekord über 200 Meter Schmetterling. Foto: Ralf Kuckuck.

Mirza nahm mehrere deutsche Masterstitel nach Hamburg mit und stand über 50 und 100 Meter Brustschwimmen im nationalen Finale. Zwei sechste Finalplätze sowie ein achter Platz über 200 Meter Brustschwimmen sind sehr gute Leistungen. Franka kämpfte sich über 100 Meter Brustschwimmen in das nationale Finale und war dort am Ende unter den ersten zehn Athletinnen. Über 50 Meter Brust verpasste sie das Finale knapp um rund eine Sekunde. Über ihre Lieblingsstrecke 200 Meter Brustschwimmen hält sie noch immer den Deutschen Rekord.

Franka im nationalen Finale über 100 Meter Brustschwimmen mit souveräner Leistung. Foto: Ralf Kuckuck.

Simin verpasste über 100 Meter Brustschwimmen den Einzug in das nationale Finale als Reserveschwimmerin ebenfalls nur sehr knapp. Über 100 Meter Freistil stellte sie eine neue persönliche Bestzeit auf. Soweit die Corona-Lage stabil bleibt, finden in rund drei Wochen die nächsten Deutschen Meisterschaften statt – dann auf der Kurzbahn (25 Meter).

Kurzbahn-Cup Remscheid

Der erste Schwimmwettkampf nach Beginn der Pandemie und gleichzeitig die letzte Standortbestimmung vor den Deutschen Meisterschaften im Para Schwimmen in Berlin in der übernächsten Woche: Unsere Athletinnen zeigten sich gestern beim BRSNW-Kurzbahn-Cup in Remscheid in Bestform.

Anna Josephine (17) schwamm über 50 Meter Brust souverän auf den 2. Platz der Gesamtwertung (Platz 1 der Jugendwertung).

Coronabedingt war vieles anders, aber 163 disziplinierte Sportlerinnen und Sportler von 20 Vereinen aus acht Bundesländern trugen es mit Fassung. Und Maske. Unsere sieben Alstersportlerinnen nahmen insgesamt elf Medaillen und etliche neue Bestzeiten mit nach Hause. Mastersschwimmerin Mirza konnte über ihre Paradestrecke, 50 Meter Brustschwimmen, zwar nicht mehr ganz an einstige Rekordleistungen anknüpfen, belohnte sich aber über 50 Meter Rücken mit einer neuen persönlichen Bestzeit. Auch über 200 Meter Brust knackte sie fast die 400-Punkte-Marke.

Unsere sehbehinderte Schwimmerin Janine erreichte über 50 Meter Brust den 1. Platz in einem 32 Personen starken Teilnehmerinnenfeld.

Unsere 17jährige Anna Josephine räumte richtig ab: Mit jeweils über 500 Punkten über zwei paralympische Bruststrecken sowie mit drei weiteren guten Leistungen holte sie sich zwei Gold- und drei Silbermedaillen. Über 50 Meter Brustschwimmen erreichte sie in einem 32 Personen starken Teilnehmerinnenfeld souverän den 2. Platz und musste sich nur ihrer Teamkollegin Janine geschlagen geben, die mit knapp 600 Punkten den ersten Platz belegte. Janine knackte auf insgesamt sieben Strecken die Qualifikationsnorm für die Deutschen Meisterschaften. Mit einer Gold- und zwei Bronzemedaillen erreichte sie ein durch und durch gutes Ergebnis.

Anna (16) erreichte über 50 Meter Brust eine neue persönliche Bestzeit.

Während Merle über 50 Meter Brustschwimmen und über 50 Meter Freistilschwimmen jeweils eine neue Zweijahres-Bestzeit erreichte, schwamm unsere 16jährige Anna über 50 Meter Rücken eine neue persönliche Bestzeit. Über 50 Meter Brustschwimmen konnte sie ihre Zeit sogar um mehr als 10 Sekunden verbessern und verpasste damit die Qualifikationsnorm für die Deutschen Meisterschaften um nur noch 6 Sekunden.

Franka (18) wird bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin auf insgesamt vier Strecken an den Start gehen.

Simin konnte sich unerwartet über eine neue persönliche Bestzeit über 100 Meter Freistilschwimmen noch einen vierten DM-Start sichern, und unsere 18jährige Franka knüpfte nach fast neunmonatiger Verletzungs- und Coronapause gut an ihre alten Leistungen an. Auch sie wird über vier Strecken in Berlin starten, so dass wir erstmals in unserer Vereinsgeschichte mit fünf Schwimmerinnen zu einer Deutschen Meisterschaft fahren.

DKM Remscheid 2019

Bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften im Para Schwimmen konnten wir im nordrhein-westfälischen Remscheid ein weiteres Mal auf uns aufmerksam machen. Mit einem 11. Platz im Medaillenspiegel konnten wir uns klar unter insgesamt über 60 startenden Vereinen positionieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu lieferte Alstersportlerin Mirza, die diverse Deutsche Masters-Meistertitel nach Hamburg holte.

Pia, Mirza und Simin bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im Para Schwimmen 2019.

Über 50 Meter Schmetterling, über 50 und 100 Meter Brust sowie über 50 Meter Freistil war Mirza Deutschlands punktbeste Masters-Schwimmerin und räumte entsprechend eine Goldmedaille ab. Über 100 Meter Freistil musste sich die Alstersportlerin zwar der langjährigen Nationalschwimmerin Annke Conradi aus Regensburg geschlagen geben, konnte aber die Leipzigerin Anne-Christin Hoffmann und die Darmstädterin Anja Völlmecke klar überholen.

Die 18jährige Simin erschwamm mit neuer persönlicher Bestzeit über 100 Meter Freistil als zweitschnellste ihrer Startklasse ein gutes Ergebnis. Startklassenübergreifend erreichte sie mit Platz 25 der Erwachsenenwertung ein gutes Ergebnis. Zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft dabei war Pia, die über 50 Meter Freistil insgesamt 13 Schwimmerinnen hinter sich ließ und damit eine respektable Leistung abrufen konnte.

Die für die SG Dortmund startende Alstersportlerin Janine erreichte über 100 Meter Brust einen neuen Deutschen Rekord und verbesserte die 2002 von Natalie Ball (PSV Greifswald) aufgestellte Bestmarke um rund eine Sekunde. Über 100 Meter Schmetterling konnte Janine ihren eigenen Deutschen Rekord ebenfalls um fast eine Sekunde verbessern. Alstersportlerin Franka fiel verletzungsbedingt leider aus.

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